JOB BLEU NACRE

JOB bleu nacré. Länge: 80mm. Durchmesser 8mm. Teer: 21mg. Nikotin: 1,5mg.

Speziell an dieser Zigarette ist das pergamentartige (nacré) Mundstück, daran bleiben die Lippen garantiert nicht kleben. Leider sieht die Packung aus wie wenn ich sie eben aus der Hosentasche gezogen hätte – eine echte „Arbeiterzigarette“. Entsprechend stark und „trocken“ ist auch ihr Geschmack. Erstaunlich gut erhalten sind dafür die Zigaretten!

Hergestellt unter Lizenz bei Ed Laurens S.A. Genève. Preis: CHF 2.30.

Heute ist JOB für Zigarettenpapier bekannt, zurückzuführen auf die aus dem Jahre 1838 stammende Geschäftsidee des Gründers Jean Bardou.

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Mit dem nacré Mundstück wurde ein anderer/neuer Ansatz als die bekannte, aber sicher kostspieligere Cork Tipped-Lösung gefunden.

Weitere von JOB hergestellte Zigaretten

Mehr über zwei ganz grosse französische Zigarettenpapierhersteller findet ihr hier auf smokerscult.

Mit fertigen Zigaretten erweitert JOB vor dem 1. Weltkrieg das Angebot: links: Cigarette JOB No 3 | rechts: JOB Sélection Exotique
Cigarettes JOB Floréal | Es schein, als wäre der Herstellungsstandort GENEVE nachträglich eingeklebt worden zu sein. Vermutlich wurde dieser erst nach der Produktion der Verpackung gegründet.

Turmac Bleu & Brun

Turmac Bleu. Schweizer Zigarette mit klassischer orientalischer Tabakmischung. Der Name Turmac steht für «Turkish-Macedonian Tobacco Co». Gegründet 1920 von Robert Burrus. Die Fabrik befand sich ab 1934 an der Friesstrasse 32-34 in Zürch-Seebach.

Format: oval. Teer: 28mg. Nikotin: 1.8mg. Preis: CHF 2.70.

Turmac bleu

Dieses guterhaltene Päckchen ist noch mit der Cellophanhülle versehen. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich es öffnen und eine Zigarette geniessen.

Turmac in der Schweiz

Der Orient beginnt in Zürich-Seebach. Im selben Jahr wie Kiazim Emin Bey und Willem Carel Buschhammer im niederländischen Zevenaar die Tabakfirma Turkish-Macedonian Tobacco Company gründeten, kaufte Robert Burrus, ein Spross der Tabak-Dynastie Burrus, im Zürcher Seebach-Quartier eine leer stehende Fabrikliegenschaft. Dort richtete er eine Zigarettenfabrik ein und begann für Emin Bey Zigaretten mit Tabak aus der Türkei und Mazedonien herzustellen.

Zwischen 1930 und 1950 blühte das Geschäft: Die Fabrikliegenschaft musste laufend erweitert und im Verlauf der Jahre um zwei Stockwerke erhöht werden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg beherrschten Orienttabake den Zigarettenmarkt. Sinnbildlich hierfür ist ein Werbeplakat aus den 1940er-Jahren, das einen Schweizer Grenzsoldaten in einer Winterlandschaft zeigte und mit dem Spruch «Schenk ihm TURMAC» für die Zigarettenmarke warb. Mit dem Ende des Krieges setzte sich schliesslich die mildere amerikanische Tabakmischung (American Blend) durch. Befeuert wurde dieser Trend durch die in Europa stationierten GI’s, die Lucky Strike mitbrachten. Die Folge, der Produktionsanteil an türkisch-mazedonischen Zigaretten nahmen laufend ab.

Um die Umsatzeinbussen auszugleichen, produzierte man in den 1960er-Jahren zunehmend auch andere Zigarettenmarken wie «Parisienne», «Brunette» oder «Mary Long», welche man von Burrus Konzerntöchtern übernahm. 1972 wurde die Produktion in Zürich Seebach eingestellt.

Quellen: Mounir Badran  |  seebach.ch/p/infoseld.php?id=3431


Turmac Brun

Eine sehr gut erhaltene Schachtel Turmac Brun. Die Zigaretten weisen einen kleinen Wasserschaden auf, in der Nase duften sie noch immer herrlich süsslich. Stammt vermutlich aus den 40er / 50er Jahre.

Packung Karton: 90x77x18mm  |  Format Zigarette: oval, Länge 74mm, Durchmesser 12mm.

Herzlichen Dank an Simon, welcher mir die Schachten für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat!

Zigaretten aus Zürch – Seebach.  Turmac 4  |  Turmac Bleu  |  Turmac Bouquet  |  Turmac Brun  |  Turmac Nestor  |  Turmac Orange  |  Turmac Reginaris  |  Turmac Rot  |  Turmac Rouge  |  Turmac Vert |  Minaret  |  Ramada  |  Reginaris  |  Serdar


Turmac in Holland

Zu Beginn schien die Herstellung von Zigaretten in Zevenaar unter einem  ungünstigen Stern zu stehen. Die Versuche von Tabakhändler Willem Carel Buschhammer, Zigaretten aus holländischem Tabakanbau herzustellen, drohten bereits in Rauch aufzugehen. Die Wende kam mit Kiazim Emin Bey, der wie ein Scheich aus einer Episode aus Scheherazades «1001 Nacht» mit eigenem Eisenbahnwaggon, umgeben von zahllosen Dienern und zigarettenrauchenden Haremsdamen, in Zevenaar einrollte. Mit Kiazim aus dem schweizerischen St. Moritz*, änderte sich dann die Ausgangslage dann schlagartig, denn in seinem Gepäck brachte der türkische Besucher hochwertige mazedonische und türkische Tabake mit. Diese verhalfen den Zigaretten Made in Zevenaar zu ihrer exotischen Note und zum grossen Erfolg.

Den Erfolg vor Augen gründeten Willem Buschhammer und Kiazim Emin Bey 1920 die Tabakfabrik «Turkish-Macedonian Tobacco Company». Aus dem Kürzel entstand der Name Turmac. Es sollte ein erfolgreiches Unternehmen entstehen, das bis nach der Jahrhundertwende Zevenaars wichtigster Arbeitgeber bleiben sollte.

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Auf Verpackung und Werbung wurde bei Turmac grossen Wert gelegt. Spezielle Zigarettenschachteln (zuerst Blechdosen, später aus Karton) mit orientalischen Ornamenten in unterschiedlichen Farben zur Differenzierung der verschiedenen Sorten wurden geschaffen. Ein Teil ist heute im historischen Museum Deventer zu sehen.

Der Verkaufszahlen von Turmac gingen Ende 1950er-Jahre stark zurück, der Vormarsch der amerikanischen Zigaretten war unaufhaltsam, der Geschmack der Raucher hatte sich verändert, dies nicht zuletzt durch den American Way of Life.

Bereits 1960 liefen die letzten holländischen Turmac Zigaretten vom Band. Um den Fortbestand der Fabrik und Arbeitsplätze zu sichern, begann man für andere Hersteller in Lizenz für den europäischen Markt zu produzieren, zunächst für Rothmans, später für die British American Tobacco Manufacturing Company (BAT). 2008 wurde dann die Ära «Zigaretten aus Zevenaar» besiegelt, die Fabrik geschlossen.

Die Kunstsammlung. Ab 1960 produzierte Turmac die Marke Peter Stuyvesant. Der damalige Direktor Alexander Orlow begann Kunst zu sammeln. Um die Monotonie der Arbeit zu durchbrechen, wurden an den Arbeitsplätzen Werken moderner Künstler wie Karel Appel, Armando und Corneille aufgehängt. Auf diesem Weg entstand die weltberühmte Peter-Stuyvesant-Sammlung.

Turmac’s neue Zukunft als Rathaus von Zevenaar. 2013 beschloss der Stadtrat von Zevenaar das neue Rathaus in der ehemaligen Zigarettenfabrik zu errichten. 2019 wurden mit Ausnahme von Haus 15 und Haus 24 die anderen Gebäude abgerissen, um neuen Wohnraum zu schaffen. Ein Teil der historischen Turmac Fabrik wurde als «Nachkriegs-Baudenkmal mit Symbolcharakter in die sogenannten «Top 100 Dutch Monuments 1940-1958» aufgenommen.

*Quelle: Rien van den Heuvel für das Liemers-Museum https://www.liemersverleden.nl/streekarchivariaat-de-liemers-en-doesburg/zevenaar/historie-zevenaar/abc-zevenaar/turmac-bat-sigarettenfabriek/

Karelias Virginia Plain Ovals

Karelias Virginia Plain Ovals. Eine perfekte Virginia. Wer Zigaretten wie Sweet Afton oder Player’s Navy Cut liebte, in Griechenland gibt es sie noch, eine lebende Legende. Länge: 69 mm. Breite: 9mm. Format: oval. Teer: 10mg. Nikotin: 1.0 mg. Hergestellt bei Karelia Tabacco Company Inc. Kalamata, Griechenland. Aktueller Preis: € 4.-

Mein Tipp: Macht Golf-, Bade- oder Kulturferien in Griechenland, dann könnt ihr (noch) eine paar dieser wunderbaren Zigaretten erstehen. Aber bitte mit Vorsicht geniessen, heute ist man eine solch olfaktorische „Geschmacksexplosion“ beim Rauchen nicht mehr gewohnt! Für mich ein tolles déjà-vu (herzlichen Dank lieber Patrick). Karelias Virginia Plain OvalsKarelias Virginia Plain Ovals1Karelias Virginia Plain Ovals2

Papier d’arménie

Papier d’arménie – armenisches Papier. Ausnahmsweise berichte ich hier einmal über etwas anderes als über Rauchwaren. Zugegeben, etwas Rauch entsteht auch hier, diesmal aber für den „Rauch danach“. Wer nach dem Genuss einer feinen Zigarette, Zigarre oder eines deftigen Essens am nächsten Morgen keinen störenden „Duft“ in den Wohnräumen haben will, greift also am Besten zum papier d’arménie, dessen Rauch nach Weihrauch riecht.

Das Armenische Papier wird seit 1885 in Montrouge in der Nähe von Paris in einer kleinen Manufaktur hergestellt. Die geruchsneutralisierende und antiseptische Wirkung verdankt es dem Harz des Storaxbaumes (Styrax tonkinensis) mit dem das Papier getränkt wird. Der französische Orient-Reisende Auguste Ponsot lernte im Ottomanischen Reich die Tradition der Armenier kennen, ihre Häuser mit dem Rauch von Benzoe-Harz zu parfümieren. Henri Rivier, ein Pharmazeut, entwickelte eine Methode zur einfachen Anwendung, er löste die im Harz enthalten Benzoe in Alkohol und tränkte damit Papier, das anschliessend getrocknet wurde. Wie bei Räucherstäbchen entfaltet sich der Duft durch das Abbrennen. Mireille Schvartz, eine Nachfahrin Riviers, produziert heute bereits in vierter Generation das papier d’arménie, welches in kleinen Büchlein angeboten wird. http://www.papierdarmenie.fr

papier d'arménie

Fantasia by Nat Sherman

Fantasia, Assorted Colors Gold Filtered Cigarettes. Eine elegante „Queen Size“ Zigarette in 5 Farben mit goldenem Filter. Lautia Sherman, die Matriarchin der Firme, inspirierte zu dieser Zigarette die auch in Black & Gold erhältlich ist. Länge: 101mm. Durchmesser: 7mm. Der Name Nat Sherman steht seit den 30er Jahren für luxuriöse Zigaretten und Zigarren. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte in einem New Yorker Speakeasy während der Prohibition der 20er Jahre. Das Hauptgeschäft befindet sich an der E 42nd Street in New York – ein Besuch lohnt sich!

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Villiger Mocca | Stumpen

Villiger Mocca Stumpen. Hergestellt aus überseeischen Tabaken bei Villiger Söhne in Pfeffikon, Luzern. Länge: 90mm. Durchmesser: 13mm. Der „Villiger Mocca Stumpen“ war zwischen den beiden Weltkriegen und auch noch in den Jahren nach 1945 eines der absatzstärksten Villiger Fabrikat in Deutschland. In drei deutschen Herstellungsbetrieben wurde neben dem Villiger MOCCA auch Villiger HAVANESER, Villiger LIGA und Villiger SENIOR von Hand hergestellt. Von 1,4 Milliarden Stück Cigarren, Cigarillos und Stumpen, entfielen 2012 nur noch rund 360’000 Stück auf die älteste Traditionsmarke MOCCA. Mein Tipp, geniesst einen Mocca Stumpen, solange es ihn noch gibt! Als einzige Vertreterin des Unternehmens darf die „Mocca“ noch das ursprünglich Logo tragen.

Die Zigarrenmanufaktur wurde 1888 durch Jean Villiger gegründet. Eine von vielen Innovationen geht auf das Jahr 1907 zurück, als Louise Villiger, welche nach dem Tod von Jean Villiger die Leitung des Unternehmens übernahm, einen Gänsekiel als Mundstück in Zigarren einarbeiten liess. Auf diese Weise gelangte kein Tabak in den Mund. Viele Villiger-Stumpen wurden zu Bestsellern. So auch die RIO 6, eine kleine Zigarre, deren Packung genau in die Patronentasche der Soldaten passte und damit zum Symbol des wehrhaften Schweizers wurde. Nachdem Kaspar Villiger 1989 Bundesrat wurde, übernahm Heinrich Villiger die Leitung der Gruppe. Zum 120 jährigen Firmenjubiläum wurde die «1888» als Corona, Robusto, Short Robusto und Torbedo lanciert – exzellente Zigarren!

Einen ganz speziellen Dank an Heinrich Villiger. Er hat mir auf meine Anfragen umgehend und persönlich mit seinem grossen Wissen weiter geholfen und auch Bilder der Villiger-Stumpen-Familie“ geschickt.

Erläuterung: Stumpen – so nennt man in der Schweiz etwas, das kurz, klein, gedrungen ist.

Bild unten v.l.n.r.  Villiger HAVANESER, Villiger MOCCA, Villiger LIGA und Villiger SENIORVilliger Stumpen Havaneser, Mocca, Liga, SeniorVilliger Stumpen Havaneser, Mocca, Liga, Senior1

Toscani

Sigari Toscani. Eine typisch toskanische Zigarre, die mit natürlich fermentiertem Kentucky Tabak produziert werden. Die Adern des Blattes sind gut zu sehen und geben der Toscani ihren archaischen Charakter. Länge: 85mm. Durchmesser: 7-13mm. Preis: CHF 2.80. Die Marke wurde 1977 eingeführt, ab 1983 war sie im Besitz der Fabbrica Tabacchi Brissago. 2007 wurde sie gelöscht. Hergestellt bei La Nazionale, Francesco Camponova & C. an der via Dante Alighieri 7 in Chiasso. Ihr Ursprung führt ins Jahr 1818 zurück. Ferdinand III, Großherzog der Toskana, soll Tabakblätter, die versehentlich nass wurden, getrocknet haben.

Sigari Toscani Sigari Toscani Sigari Toscani Sigari Toscani

PRINCE King Size

Prince King Size Cigarettes. Länge: 84mm (davon Filter 20mm, steht auf der Packung) Teer ca. 20mg. Nikotin ca. 1.7mg. Die Marke wurde 1957 von der Chr. Augustinus Fabrikker in Denmark eingeführt. Hergestellt in Denmark bei Scandinavian Tabacco Company.

Prince Cigarettes 2Prince Cigarettes

R EL C Filtros

R el C Filtros, Regalias el Cuno, Serie B No.2. Die Zigarette schmeckt wie ein Cigarillo ohne würziges Deckblatt. Die Marke stammt aus den 70er Jahren. Der Filter ist in der Verpackung ist unten, damit er beim Herausnehmen einer Zigarette sauber bleibt. Die Marke und Fabrik befand sich bis zur Revolution im Besitz des Spaniers Domingo Mendez. Länge: 85mm. Durchmesser: 9mm. Hergestellt bei Cubatabaco. R el C Filtros1R el C Filtros2R el C Filtros3