Wie schmeckt eine Zigarette, die schon lange nicht mehr hergestellt wird? Kann man sie „wiederbeleben“ und geniessen?

Der TestWarten im Humidor auf ihre Wiedergeburt: v.l.n.r. Andron, Rameses II, Simon Arzt No. 70L.

Als passionierter Geniesser habe ich schon in jungen Jahren angefangen zum Teil exotische Zigaretten zu sammeln. Sammeln ist vielleicht nicht das richtige Wort, ich habe vielmehr immer wieder eine Schachtel in eine Blechdose getan. Und jetzt stehe ich vor einem kleinen, raren Sortiment, welches dem heutigen Geschmacksdiktat, aber natürlich auch gesundheitlichen Aspekt geopfert wurde. Denn Hand aufs Herz, 26mg Teer sind nicht ohne, das verleiht zwar viel Geschmack, ist aber nicht wirklich gesund. Da ich schon lange ein Genusspaffer bin (Zigarren sei Dank), habe ich mich beim Rauchen ganz auf das olfaktorische Momentum verlegt. Mit dem Resultat: Ich bin ein überzeugter Multikultiraucher.

So ist die Idee zu diesem Blog entstanden, nicht nur leere Schachteln ins Web stellen, sonder auch deren Inhalt zeigen. Und wenn es irgendwo noch „Überlebende“ gibt, versuche ich sie zu retten und schaue ob man sie noch geniessen kann! Wenn das beim Wein geht, warum nicht bei Zigaretten.

Genüsslich, S.Moker

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6 Gedanken zu “Wie schmeckt eine Zigarette, die schon lange nicht mehr hergestellt wird? Kann man sie „wiederbeleben“ und geniessen?

  1. Gibt es bereits erste Erfahrungswerte hinsichtlich alter Zigaretten im Humidor, bleibt der Geschmack erhalten bzw. lässt er sich durch das Klima wieder herstellen?

    • Danke für die Nachfrage. Ja, wie hält sich der Geschmack einer so alten Zigarette über Jahre? Ganz so toll wie in meiner Erinnerung schmeckt heute weder die Simon Arzt, die Rameses oder die Andron. Durch das Austrocknen ist wohl ein grosser Teil der Geschmacksstoffe und sowie des Teers verschwunden. Mir scheinen die Zigaretten um einiges weniger gehaltvoll als früher zu sein. Ein (Selbst)versuch lohnt sich aber allemal, den schmecken tut das Zeug – im Vergleich zu heutigen Zigaretten – immer noch wunderbar!
      Grüsse S. Moker

  2. Hallo. Erstmal, super Seite.
    Da hier ja des Öfteren zu Recht den guten alten Orientzigaretten nachgetrauert wird möchte ich darauf verweisen, dass man in Griechenland anscheinend das Wissen um guten Geschmack noch nicht vergessen hat.
    Gerade erst hat das hier bereits schon mehrfach genannte Familienunternehmen Karelias & Sons einen neuen Tabak mit hohem Anteil Orienttabak herausgebracht.

    http://www.karelia.gr/ftp-pdf/PressReleases/eng/2015/2015Sep-Oriental-Mist.pdf

    Es geht also doch noch. Leider wahrscheinlich in Deutschland nicht zu erhalten. Aber anscheinend könnte sich ein Griechenlandurlaub zwecks Erwerb guter Zigaretten und Tabak durchaus lohnen.
    Bis dahin bleibt zwecks olfaktorischer Genüsse im Hinblick auf Orienttabak hier wohl zunächst nur die gute alte Pfeife die erste Wahl ;)

    Beste Grüße und an den alten Dingen dran bleiben

  3. Ich bin eher zufällig drauf gekommen und nenne mittlerweile haufenweise alter Cigaretten mein Eigen. Wenn die Schachteln noch zu sind und halbwegs ordentlich lagerten ist auch nach 60 Jahren noch jede Menge Geschmack drinne. Leider fehlt mir der Vergleich mit dem Original als es noch frisch war. Ich hatte noch eher den Gedanken, daß es sich positiv verändert hat, ähnlich wie Wein mit der Zeit auch besser werden kann…
    Etwas zu den 26mg Teer : Nein, Gesund ist es sicher nicht (ob ungesünder als das Leben an sich weiß ich nicht…) aber ich weiß nicht ob man davon 20-30 am Tag raucht? Hab mal mit ner alten NIL den Test gemacht, mehr als ein Dutzend wollte ich nicht, bei normalen Filtercigaretten von heute geht das doppelte durch, als ich Light-Stix gestopft hatte waren es Ø50.

    • Da muss ich Dich leider enttäuschen, nach so vielen Jahren ist der Geschmack leider nicht mehr der Gleiche. Woran es liegt, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Denke aber, es ist die Lagerung. Im Gegensatz zu Zigarren, die ich im Humidor aufbewahre, lagere ich meine Raritäten mehr oder weniger im Trockenen (das Papier profitiert davon bestimmt (siehe Dr. Bustany) . Vermutlich verflüchtigen sich zu viele Stoffe – sogar der Teer, auch der trägt viel zum Geschmack bei. Wie auch immer, schmecken, tun sie noch immer, vor allem wenn man sie mit heutigen Mischungen vergleicht.

      • Ich weiß, einige Sorten leiden exterm – Senoussi z.B. gar nicht SO alt, 70er/80er wohl – das Papier ist durchgegilbt und brüchtig, ein Schachtelinhalt roch sogar gammelig. Aber eine Blechdose EdLaurens gelb aus den 50er/60ern: Der Inhalt sah nach dem Öffnungen so aus, als hätte ich sie grad im Tabakladen gekauft (schöne Vorstellung :-) ) und die Cigaretten fühlten sich auch nichtmal dröge an und man kann sich gleich rauchen.
        Gab es denn da schon die Vergleichsmöglichkeit wie es bei OVP und gut gelagert ist – daß eine vor 45 Jahren angefangene Simon Arzt o.ä. in der Zeit arg an Aroma verliert, ist ja klar.

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